Das Konzept

der Begrünung mit Nutz-, Zier- und Wildpflanzen wurde 1975 entwickelt anläßlich der neuen Bebauung des Anwesens. Es folgt der überlieferten

Oasen-Anbautechnik.

Danach wird das pflanzliche Leben in 3 Etagen unterteilt:

Bodendecker   als Erdreichschützer, Befestigung und Nützlinge,

Sträucher   zum Nutzen und der Zierde wegen in Arm- und Augenhöhe,

Bäume   als Naturdächer zum Schutz und zur Ergänzung der erdnahen Fauna.

 

Dieses Prinzip einer "natürlich" eingebundenen und behüteten Heimstatt ist entwickelt worden in zwar fruchtbaren, aber klimatisch anspruchsvollen Gebieten. Bei der Anpassung an unser eher gemäßigtes Klima ging es vor allem darum, wie sich die relativ langen Winterzeiten bestmöglich für die Begrünung nutzen ließen. So erklärt sich der umfangreiche Einsatz von Dauergrünpflanzen.

 

 

 

 

Vorgarten, aufgenommen zur Wintersonnenwende

 

"Blätterdach" 

Die Wetterseite des Hausgrundstücks ist mit hohen Tannen bewachsen, um so Schutz vor den instabilen Wetterlagen in der kalten Jahreszeit zu finden und ein bisschen Farbe in das eintönige Wintergrau zu bringen. Diesem Zweck dient auch das überall anzutreffende Efeu, eine ideal angepasste dauergrüne Kletterpflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommt, mittlerweile aber hier besser gedeiht.

 

 

 

 

Eingangsbereich, aufgenommen zur Wintersonnenwende

 

 

Der Hauseingang wird nicht nur von hohen Tannen beschattet, sondern in halber Höhe auch von einem "Efeu-Pilz". Mehrere Efeu-Pflanzen wurden an einem abgestorbenen Baumstamm bis auf etwa 3 Meter hoch gezogen und von dort auf die umstehenden Bäume verteilt. Dadurch ist ein dichtes Blätterdach mit anheimelnder Ausstrahlung entstanden, das ("natürlich" in Grenzen) Schutz vor Niederschlag und sengender Sonne bietet.

 

 

 

 

 

 

Nordspitze, aufgenommen zur Wintersonnenwende

 

 

Im nördlichen Bereich behüten die hohen Tannen sämtliche Nebenräume (Garagen, Werkstatt, Heizkesselraum, Pelletsilo, Fahrradschuppen) sowie den Kfz-Abstellplatz, die Kfz-Grube und ein Außenlager.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Weltausstellung in Sevilla 1992 begegnete uns das Motto: lebenswertes Mikroklima schaffen! Es ging um die Vermeidung von Versteppung und urbanen Steinwüsten. Auf dem Ausstellungsgelände wurden mehr als 32.000 Bäume gepflanzt und 50.000 qm Schattenflächen durch begrünte Pergolen geschaffen. Während dort das Thema Wassermangel im Vordergrund stand, droht bei uns eher die Gefahr einer gewollten „Entlaubung“ von EFH-Grundstücken aus vermeintlich ästhetischer Sicht (Stichwort: Architektengrün) und vorgeblich wegen drohender Haftungsrisiken (Stichwort: Verkehrssicherungspflicht). Die Entfremdung von einem Leben unter Bäumen führt leider dazu, dass es nur vereinzelte Anstrengungen zur natürlichen Klimaverbessserung gibt, die mangels Flächenwirkung auch nur begrenzt erfolgreich sein können. Gleichwohl lassen sich eindrucksvolle Ergebnisse aufzeigen. So steigt die Temperatur im EG unseres Hauses auch bei großen Hitzewellen trotz üppiger Fensterflächen nicht über 24° Celsius an.

 

 

 

Projekt Dachbegrünung

 

Die Nebengebäude haben sämtlich entweder Flachdächer oder flach geneigte Dächer. Als reine Funktionsflächen ohne sonstigen Nutzen forderten sie gestalterische Überlegungen geradezu heraus. Mitte der 80er Jahre fiel dann die Entscheidung, diese Flächen der Natur zurück zu geben und sie nach entsprechender Vorbereitung dem Wildwuchs zu überlassen.

Das Bild zeigt das Dach der Werkstatt nach einem Grünschnitt. Das Gehölz links ist ein gekappter Holunderstrauch. Im Hintergrund standen bis zu 7 Meter hohe Weidenhölzer. Der Boden ist mit Moosen, Kräutern und Gräsern sowie Nesseln bedeckt. Die graue Fläche hinten rechts ist die Einfassung eines Dachteiches.

 

Die insgesamt begrünte Fläche beträgt über 90 qm und setzt sich zusammen aus gut 70 qm Flachdach sowie rund 20 qm Gefälledach, worauf das Flachdach entwässert. Das Gefälledach ist außen herum mit einer Balustrade eingefasst und mit einer Ablaufregelung versehen, wodurch hier das Niederschlagswasser in einem Dachteich von etwa 2 cbm Volumen gesammelt wird. In diesem Teich wächst Schilf und befinden sich zahlreiche Wassertiere, obwohl alles sich selbst überlassen wurde.

Die Konstruktion dieser Dachbegrünung mit Teich hat sich aus Kostengründen einer gewöhnlichen PVC-Teichfolie bedient, die mit einer PE-Trennfolie auf Schweissbahnen verlegt wurde. Die Dachränder wurden mit Alu-Leisten geklammert. Um den Weichmacher in der PVC-Teichfolie vor UV-Einstrahlung zu schützen, ist eine dünne Erdschicht (ca. 5 cm stark) aufgetragen worden, aus der im Laufe der Jahre eine teils dicke Waldbodenschicht geworden ist. Trotz des Belags und obwohl die Teichfolie bewußt lose verlegt wurde, ist sie erheblich geschrumpft und dadurch an den Dachrändern ausgerissen. Ansonsten haben sich nach mehr als 25 Jahren Betriebszeit keine Mängel ergeben.

 

 

 

Projekt Wallhecke

Die zwischen dem Hausgrundstück und der Wiese liegende Straßenparzelle wird vor allem als Schleichweg genutzt, was zu einer deutlichen Luftverschmutzung geführt hat, als die Abgaswerte der Fahrzeuge noch eine untergeordnete Rolle spielten. Da die Wiese mit dem Flusstal eine Mulde bildet, konnten sich dort in Bodennähe erhebliche Abgaskonzentrationen aufbauen. Das ließ sich nur mittels einer luftdichten Absperrung zwischen Straße und Wiese vermeiden. Weil die Stadt als Straßenbaulastträger keinerlei Kooperationsbereitschaft zeigte, dieses Problem anzugehen, reifte Ende der 80er Jahre die Idee, statt des Weidenzauns eine Wallhecke anzulegen.

  

Zustand der Wallhecke Ende 2007 nach rund 15 Aufbaujahren

 

Zuerst wurden angemorschte Baumstämme und weiteres Totholz entlang des Zauns deponiert. Darauf kam Grünschnitt mit einem hohen Haselnussanteil, wobei die etwas stärkeren Äste links und rechts der Stämme senkrecht in die Erde gesteckt wurden. Allmählich entwickelte sich ein Flechtwerk, das durch weitere Grünabfälle vom Jäten und Schneiden verdichtet wurde. Nach etwa 10 Jahren war das Gebilde als Wall in der Entstehung zu erkennen. Jetzt geht es darum, ihn gehörig zu verdichten. Mittlerweile hat sich ein eigener Lebensbereich gebildet, in dem es überall kriecht und keimt.

 

 

 

 

Projekt Ringwall

 

Angeregt durch das Projekt Wallhecke reifte in den 90er Jahren der Gedanke, die nördliche Grundstücksgrenze in der Gabel zwischen der Verzweigung des Alten Postwegs ebenfalls durch einen Wall zu gestalten. Dieser Grundstückszipfel neben der alten Handelsstraße aus dem Raum Dortmund um Münster herum (durch St. Mauritz) Richtung Bremen bildete noch in der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts die Nordspitze des Dorfes Angelmodde. Er liegt direkt oberhalb der alten Furt durch die Angel und ist auch von der Geländeformation her markant. Wenn die Angel Hochwasser führt und die Brücke überschwemmt ist, werden hier die bis dahin breiten Fluten trichterförmig verengt. Daher bot es sich an, den Grenzbereich wie einen vorgeschobenen Posten als Trutzwall zu formen.

Blick von der Angelbrücke auf den Wall in der Verzweigung des Alten Postweges, der nach links abgeht

 

Bei Hochwasser wird die Wallhecke beidseitig umspült, während der Ringwall wie ein Deich wirkt.

Die alte Handelsstraße bei Hochwasser (von der ehemaligen Furt Richtung Süden)

 

Aufgebaut ist der Ringwall außen biologisch und innen mineralisch. Eine etwa 1,5 Meter breite Grundfläche entlang der Straßenbegrenzung wurde mit Grünabfällen angefüllt, die nach innen hin durch verdichteten Bauschutt Halt fanden und zur Straße hin abgeböscht wurden. Kompostierer und Mineraldünger förerten die Bildung einer Humusschicht, so dass im Laufe der Jahre ein massiver Wall entstand, auf dessen Innenseite eine feste und gut begehbare Plattform angewachsen war, die schließlich mit einheitlicher Schotterung und Brechsandschicht dem übrigen Hofbereich angepasst wurde. Da der Wall immer höher wird, kann man jetzt hinter einer Erdwall-Brüstung aus erhöhter Position auf die Straßengabel hinabschauen.

Blick vom Ringwall stromaufwärts bei Hochwasser

Die Gärtnerei