Südseite

Unser Sommerhaus steht mitten in Bodrum in der Nähe des Mausoleums, eines der 7 Weltwunder der Antike, von dem allerdings nur noch die Fundamente erhalten sind. Das massige Königsgrab wurde wahrscheinlich durch ein Erdbeben zerstört und lieferte so das Baumaterial für die Petersburg, die von Kreuzfahrern als Rückzugsort für Rhodos errichtet wurde. Damit waren die riesigen Steinmassen aber noch nicht verbraucht, so dass der ganze Stadtteil auf historischen Mauerresten steht. Angeblich soll sich unter unserem Grundstück auch noch ein Netz von unterirdischen Gängen befinden, das bis zum Inneren der Burg reicht.

Das Haus ist im Jahr 1996 von Mustafa Tan als Duplex im Garten seiner Eltern errichtet worden und hat so eine einmalige Lage zwischen einem historischen Turmhaus, das als Ruine unter Denkmalschutz steht, und dem ebenfalls historischen Elternhaus, das zwischenzeitlich vom Nachbarn erworben und restauriert worden ist. Uns wurde es im Jahr 2002 als Notverkauf angeboten und wir haben gerne zugegriffen, weil es genau unseren Vorstellungen entsprach. Nachdem wir es unseren Bedürfnissen entsprechend umgebaut haben, dient es seit 2003 als Urlaubsdomizil.

Vorplatz mit Blick auf Turmruine
Blick in den Garten auf das Elternhaus Tan

 

 

 

 

Besonders reizvoll ist der Blick von der Dachterrasse auf den Hafen, die Burg und die Bucht von Bodrum. Deswegen haben wir dort unseren Stamm-Frühstücksplatz. Um uns vor der südlichen Sonne zu schützen, hat es nicht lange gedauert, bis wir uns eine Beschattungsanlage aus Deutschland mitgebracht haben.

                           Ostseite                                Dachterrasse mit Beschattung                           Westseite

Panorama-Aussicht nach Süden, im Hintergrund die Insel Kara Ada ("schwarze Insel", weil man von Bodrum aus immer nur die Schattenseite sieht)
Blick nach Osten auf die Stadt und das hügelige Hinterland

 

 

 

 

 

 

Eine ganz spezielle Freude südlicher Länder ist natürlich die Gartenkultur, weil mit Pflege und Wasser praktisch alles gedeiht:

Eigene Bananen
Eigene Mandarinen
Eigene Pampelmusen
Eigene Granatäpfel

 

 

Und immer wieder erfreut die Blumenpracht:

Oleander in voller Blüte

 

 

                                 Draußen und Drinnen

 

Unsere Postanschrift:

Familie Schnapp, Serif Mehmet Cik. No. 14, Yeniköy, TR-48400 Bodrum

 

"Serif Mehmet Cik." ist die Straßenbezeichnung. "Cik." dient als Abkürzung für "Sackgasse". Diese wurde benannt nach einem "Serif" (sprich: Scheriff) namens Mehmet.

Unsere Gasse geht ab von einer Hauptverkehrsader durch Bodrum, die "Turgut Reis Caddesi", was so viel heißt wie: die Straße von/nach Turgut Reis (Reis wird Re-is ausgesprochen). Bei dieser Bezeichnung handelt es sich eigentlich um einen Personennamen (zu deutsch: Präsident -hier=AdmiralTurgut), der aber wegen seiner nationalen Berühmtheit zum Eigennamen einer Stadt geworden ist, die am Westende der Bodrum-Halbinsel liegt, etwa 20 km von der Stadt Bodrum entfernt.

Fährt man die Turgut Reis Caddesi stur geradeaus westwärts, endet sie am Meer in Turgut Reis. Allerdings ist das aus verkehrstechnischen Gründen für Europäer nicht möglich, weil es sich im Stadtgebiet von Bodrum um eine Einbahnstraße Richtung Osten handelt. Das ist der Dickleibigkeit moderner Fahrzeuge geschuldet. Während man mit den Autos der 50er bis 70er Jahre in beiden Richtungen vorangekommen ist, musste die teilweise nur 3,50 Meter breite Fahrbahn dank der auch bei Türken beliebten SUV-Maße im letzten Jahrzehnt einseitig gesperrt werden, was jedoch nicht immer auch so praktiziert wird.

 

Blick von der Turgut Reis Caddesi auf unser Tor

Unser Grundstück liegt am Kopfende des ersten Teilstücks der Gasse, die beidseits eine typische türkische Stadtbebauung aufweist. Die Gasse geht ziemlich steil bergan und lässt sich nur bei einigem Geschick mit dem PKW befahren. Sie liegt in der antiken Hauptachse Hafen-Amphitheater, was vermuten lässt, dass sie als verkümmerter Rest einer früheren Verkehrsader übrig geblieben ist. Nachdem die alte Hauptstadt Halikarnassos des Königreichs der Karer untergegangen war, in deren Zentrum sich das etwa 200 Meter von uns entfernte Grabmal Mausoleum des Königs Mausolos befand, wurde die Gegend nur noch landwirtschaftlich genutzt. Bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein gab es dort nur wenige Gehöfte, die erst in jüngster Zeit einen dörflichen Charakter erhielten und in völliger Vergessenheit der historischen Ursprünge Yeniköy (zu deutsch: Neudorf) genannt wurden. So ist es gut vorstellbar, dass die Gasse früher eine überörtliche Bedeutung etwa als Hafenzufahrt gehabt und diese gänzlich verloren hat, um lange Zeit nur noch als Zufahrt für Gehöfte zu dienen, bis ihr letztendlich Erschließungsaufgaben für die aus den Ruinen wieder auferstandene Stadt zugefallen sind. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingangspforte zu Hausgrundstück No. 14
Eingangsbereich bei geöffnetem Tor

 

 

Durch die Eingangspforte gelangt man auf den gepflasterten Vorplatz zwischen der link gelegenen Turmhausruine und der Westseite unseres Hauses. Um das Flair der Ruine zu betonen und ihre Strahlkraft zu erhöhen, ist der Vorplatz bewusst schlicht sowie homogen gestaltet worden, was ebenso auch für die gesamte übrige Außenanlage gilt.

 

 

 Das wichtigste Gestaltungselement war für uns die Plattierung mit einheitlichem Material und auf einer Ebene, um eine klare Grundlinie in die gestalterisch eher unruhige Umgebung zu bringen. Verwendung fand Travertin aus örtlichen Lagerstätten, der mit seiner hellen Erd/Sand-Farbe als homogene Fläche einen klaren Gegenpol zur Ruine und zur Blumenpracht sowie der Möbilierung bildet.

 

 

 

Vorplatz Westseite zwischen Haus und benachbarter Ruine bei Nacht

 

 

Ist man an der Westseite unseres Hauses vorbei gegangen, gelangt man am nördlichen Ende des Vorplatzes nach rechts über eine abwärts führende Treppe in den Garten. Dieser ist ebenfalls mit Travertin gepflastert, von den Randzonen und einzelnen Aussparungen für die Bepflanzung einmal abgesehen.

 

 

 

Der Garten befindet sich auf derselben Ebene wie das Erdgeschoss des Hauses, dessen Boden ebenfalls mit Travertin belegt ist, und wirkt mit seiner Umgrenzung sowie Bepflanzung wie eine umfriedete Oase. Gestaltet wurde er als halböffentlicher Platz, indem an der Nordseite eine "Bühne" in Form einer durch Naturstein abgesetzten und um eine Stufe erhöhten Fläche installiert wurde. Dazu gehört ein "Bühnengang", der versteckt hinter Grünanlagen als Teil der Hauptfläche verläuft und das Betreten der "Bühne" von beiden Seiten gleichsam aus den Kulissen heraus zulässt.

Nächtlicher Blick von der "Bühne" in den beleuchteten Garten
Der Bühnenrand des Gartens entlang der Nordgrenze

Die Ostseite des Grundstücks war ursprünglich ebenso wie der Vorplatz im Westen frei begehbar, so dass man außen um das Haus herumlaufen konnte. Weil wir aber unbedingt einen Lager- und Werkraum brauchten, wurde die gesamte Fläche zwischen Ostwand des Hauses und Grundstücksgrenze mit einem Depot (Länge ca. 8 Meter, Breite zwischen 1,40 und 1,20 Meter) überbaut, das von der Gartenseite her seitlich durch eine Schiebetür und vom Vorgarten durch eine Drehtür zugänglich ist. Innen befindet sich ein Durchgang, der es weiterhin gestattet, um das Haus herum zu laufen (falls das Depot aufgeräumt sein sollte oder wird). 

Depot links vom überdachten Freisitz mit seitlicher Schiebetür, vom Garten aus gesehen

 

 

 

Das Gebäude

  

wurde 1996 als typisches Doppelhaus im ortsüblichen Stil errichtet. Es ist kastenförmig, hat ein Stahlbetonskelett und Wände aus Tonstein. Auch die von uns vorgefundene Bauqualität war ortsüblich, obwohl Mustafa Tan sich viel Mühe gegeben hatte, zumindest bei der von ihm selbst bewohnten Seite besondere Maßstäbe anzulegen, was etwa die Wahl der Materialien offenbarte. Leider ist ihm das nicht gelungen. So mussten große Teile der Konstruktion durch uns nachgebessert werden und waren schon nach 6 Jahren umfangreiche Renovierungsarbeiten erforderlich. Gleichwohl verhindern grundlegende und nicht mehr abänderbare Substanzmängel, den Bau auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen.

 

 

Durch die Zusammenführung der beiden Doppelhaushälften ist eine Wohnung ganz nach unseren Bedürfnissen entstanden.

Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeinschafträume sowie ein Bad und ein Schlafraum für Mo und Dirk. Die Böden sind hier ebenso wie im Garten einheitlich mit Travertin belegt, um so eine größere Durchlässigkeit zu erzielen und das relativ kleine Grundstück optisch großflächig erscheinen zu lassen.

Blick vom Essplatz in den Garten und in Richtung Küche
Küche mit Herdstelle und teilverglasten Türen zum Garten
Blick vom Essplatz in den Wohnraum

 

 

In das Obergeschoss führen 2 Treppenhäuser, die ursprünglich die beiden Doppelhaushälften erschlossen haben und nach dem Umbau erhalten geblieben sind. Allerdings wurde aus Gründen der Transparenz und gestalterischen Leichtigkeit in die Trennwand zwischen ihnen zwei Fensteröffnungen geschlagen, durch die man mit etwas Geschick auf halber Höhe von einer Seite auf die andere wechseln kann.

 

 

Blick vom Essraum durch das Treppenhaus West auf den (beleuchteten) OG-Flur im Treppenhaus Ost

 

 

Im Obergeschoss befinden sich 4 Schlafzimmer und 2 Bäder, die zueinander spiegelbildlich angeordnet sind. Jeweils ein großer und ein kleiner Schlafraum sowie ein Bad bilden eine Einheit, weil sie durch einen kleinen Treppenhausflur miteinander verbunden sind. Die beiden Einheiten haben keine direkte Verbindung, sondern nur über die beiden Öffnungen in der Treppenhaus-Trennwand auf halber Höhe sowie über die Gemeinschaftsfläche im Erdgeschoss oder die gemeinsame Dachterrasse. Wir bezeichnen sie nach ihrer Lage jeweils als West- bzw. Ostseite.

Großer Schlafraum Westseite

 

 

Oberhalb des Vorplatzes mit Blick auf die Ruine liegt der Schlafraum, den Britta und ihre Familie für sich eingerichtet haben. Er hat zwei Fenster Richtung Westen und ein Fenster nach Norden zum Garten. Das Wandregal neben dem Doppelbett ist in eine Fensternische gebaut. Dort befand sich früher ein viertes Fenster, das nach Süden zeigte, aber zugebaut wurde, um mehr Wandfläche zu gewinnen.

 

 

  

Westseite kleiner Schlafraum

 

 

Neben Brittas Zimmer an der Südseite des Hauses oberhalb des Vorgartens befindet sich ein kleineres Zimmer, das Esther sich ausgesucht hat. Es hat einen kleinen Südbalkon und ein nach Süden gerichtetes Fenster. Trotz der angrenzenden Bebauung lassen sich von hier die Masten einiger im Hafen liegenden Großsegler erkennen.

 

 

 

Ostseite kleiner Schlafraum

 

 

Ostwärts von Esthers Zimmer und direkt daneben liegt der Raum für Sarah und Familie. Er ist gleich gestaltet, jedoch "seitenverkehrt", weil er in der anderen Haushälfte liegt. Auch dieses Zimmer hat einen kleinen Südbalkon und ein nach Süden gerichtetes Fenster.

 

 

 

Ostseite großer Schlafraum

 

 

Spiegelbildlich zu Brittas Zimmer liegt der Raum für Kerstin und Familie an der gegenüberliegenden Hausseite oberhalb des Depots mit Blick nach Osten auf die Stadt und nach Norden zum Garten hinaus. Sein besonderer Reiz liegt darin, dass er die Morgensonne einfängt. Deshalb steht die Zimmertür häufig auf, wodurch das Innere des Hauses morgens von der Sonne durchflutet wird.