Der kleine Renner „Spiti“

 

 

Geschichte

Unser Spiti war so, wie er sich jetzt präsentiert, als Modell nicht lieferbar, wohl aber als private Modellschöpfung beliebt. Er ist aus zwei Triumph-Modellen, die auf derselben Plattform entwickelt worden waren, zusammengesetzt. Das Chassis und die Technik stammen von dem Coupé Triumph GT 6, während der Fahrzeugaufbau ursprünglich zu einem Spitfire 1500 gehörte. Diese Kombination war in den 70er Jahren sehr begehrt. Nur so gelang es, die Vorzüge eines kernigen Roadsters (Spitfire 1500) mit denen eines rassigen Sportwagens (Triumph GT 6) zu verbinden.

Die Vereinigung wurde im Jahr 2001 durchgeführt, und zwar zum 33. Hochzeitstag von Mo und Dirk. Daher das Kennzeichen:

MS (= Monika Schnapp) – MO (= genannt Mo) 33 (= zum 33.) H (=Hochzeitstag)

Basis dieser Neuschöpfung war ein damals 10 Jahre alter Spitfire 1500, der ursprünglich in der Schweiz zugelassen gewesen war und den wir am 03. Mai 1985 von der Studentin Eva-Maria Gröniger – einer Studentin aus Freiburg mit Elternhaus in Münster – erworben hatten. Sie nannte „den Kleinen“ seiner grell-grünen Farbe wegen liebevoll „mein Wasserfloh“. In unserem Bekanntenkreis wird er etwas höher eingestuft und gelegentlich „Frosch“ genannt.

 

Technische Daten

Fahrgestell-Nr.:          FH  77 412 L

Motor:                        FM  35 345 HE

                                   Vierzylinder-Reihen-Wirbelkammer-Motor

                                   69 PS aus 1474 ccm bei 5.500 U/min

 

Der Wagen war bis zum 23. Januar 2001 ununterbrochen zugelassen und diente nicht nur als Spaßgerät, sondern in erster Linie Mo für ihre Fahrten zur Arbeit (Uni-Kliniken Münster).

 

Nach der Still-Legung wurde die Karosserie vom Chassis gehoben und auf das Chassis eines GT 6 Mk 3 gesetzt, den wir als abgebrochenes Restaurationsobjekt erworben hatten. Dieser Wagen stammte aus dem Jahr 1971, war also älter als der Spitfire 1500, und lief ursprünglich in England, weshalb er - im Gegensatz zu unserem Spitfire 1500 aus der Schweiz - ein Rechtslenker (RHD) war. Nach dem Zusammenbau als Linkslenker (LHD) hat der Wagen nun folgende

 

Technische Daten

Fahrgestell-Nr.:          KE  14 675

Motor:                        KE  11 768 HE

                                   Sechszylinder-Reihen-Wirbelkammer-Motor

                                   90 PS aus 1998 ccm bei 4.700 U/min.

 

Äußerlich hat sich unser „alter“ Spiti durch den Umbau kaum verändert. Der einzige Unterschied im Erscheinungsbild besteht darin, dass die Motorhaube vom GT 6 verwendet werden musste, weil der 6-Zylinder-Motor unter der Motorhaube des Spitfire 1500 nicht ausreichend Platz hat. Deshalb befindet sich nun auf der ursprünglich glatten Haube ein länglicher Buckel, was dem Laien kaum auffällt, für den Fachmann aber bedeutet, es könnte sich um einen Spitfire GT 6 handeln. Dieser Hinweis ist allerdings keineswegs verlässlich. Es gibt viele „Gernegroß“, die nur die Motorhaube umbauen, um wenigstens den Eindruck von Leistungsstärke zu erwecken.

Am 13. Juli 2001 wurde der Wagen erneut für den Straßenverkehr angemeldet und seitdem ist er ununterbrochen zugelassen.

 

 

 

Konzept

Der Spitfire ist ein typischer Vertreter der kleinen englischen Roadster aus den 60er Jahren, wurde allerdings von einem Italiener, dem Designer Giovanni Michelotti aus Turin entworfen.

Ende 1962 kam die erste Modellreihe MK 1 auf den Markt mit einer für damalige Verhältnisse „satten“ Leistung von 63 PS aus 1147 ccm bei 5.750 U/min. Das Konzept war denkbar einfach und eignete sich auch für Selbstbaufahrzeuge. Auf einen niedrigen Kastenrohrrahmen mit tief liegendem Schwerpunkt und Serien-Technik wird eine flotte und flache, ebenso leichte wie windschnittige Sportwagen-Karosserie geschraubt und fertig ist der Traum. Da er im Wesentlichen aus gängigen Teilen bestand, war er zudem erschwinglich und einfach zu unterhalten.

Bis 1980 wurden 5 Modellreihen (Mk 1 bis Mk 4 und Spitfire 1500) gebaut. Damit hat der Spitfire alle Konkurrenten überdauert und hinsichtlich der erreichten Stückzahlen auch überholt. Das dürfte nicht zuletzt auf seine pfiffige Haubenkonstruktion zurück zu führen sein, wie sie zuvor schon bei dem Jaguar E-Type Verwendung gefunden hatte. Dadurch ließ sich mit nur zwei Griffen der gesamte Vorderwagen „enthäuten“, weshalb notwendige Wartungsarbeiten geradezu komfortabel erledigt werden konnten.

 

 

 

Der Spiti war auch ziemlich flott unterwegs. In der Coupé-Version GT 6 mit 6-Zylinder-Motor wurde er sogar zum 100-Meilen-Auto. Darunter verstand man einen Wagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von (mehr als) 100 Meilen/Stunde (= 165 km/h). Lange Zeit war diese Auszeichnung den großen Sportwagen vorbehalten wie etwa dem Jaguar E-Type, weshalb der GT 6 auch als E-Type des kleinen Mannes galt.