Das Fluggerät genannt Hühnchen

 

3-Achs-gesteuertes Luftsportgerät (UL-Flugzeug)

 

Typ: IKARUS C 42

Kennung: D-MODI

Werk-Nr.: 9704 – 6018

Muster: 61141-031

Hersteller: Comco Gerätebau GmbH, Am Flugplatz 11, 88367 Hohentengen  www.comco-ikarus.de

Auslieferung: April 1997

10jähriges Jubiläum 2007: Betriebsstunden 1065, Landungen 2572

 

 

Vorgeschichte

 

 

Die allgemein verbreitete Flugbegeisterung der 20er Jahre wurde durch die Restriktionen der Nazi-Zeit nach und nach erstickt. Zu einem Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg kam es nicht, weil die Nazi-Ordnung - geschaffen zur Überwachung der jüdischen Mitbürger, unter denen es einige Privatpiloten mit eigenen Maschinen gab – unverändert beibehalten wurde. Statt die strengen Regeln des Luftverkehr zu entschlacken, kamen immer mehr Einschränkungen hinzu, so dass die Fliegerei in Deutschland ein Schattendasein führte.

 

Im Gegensatz dazu verlief die Entwicklung in den USA geradezu stürmisch. Um die Faszination Fliegen originär zu erleben und für jedermann erlebbar zu machen, wurden Kleinstfluggeräte entwickelt, die praktisch nur aus einem Gestell, Bespannung und Motor bestanden, zudem zerlegbar waren und sich praktisch überall starten ließen. Die Begeisterung für die neuen Möglichkeiten des Luftsports schwappte nach Europa hinüber und war so stark, dass sich die deutsche Bürokratie gefordert sah. Ihr ist die neue Klasse der Ultraleichtflugzeuge zu verdanken, die offiziell nicht als Flugzeuge gelten, um sie aus dem Regeldickicht für „richtige“ Flugzeuge herauszuhalten, sondern als Luftsportgeräte definiert werden. Der Vorteil:

 

Für die Ingenieure und Neuentwickler gibt es praktisch nur zwei Vorgaben.

Das Gerät muss bei 62 km/h fliegen können und darf mit 2 Personen voll

beladen nicht mehr als 472,5 kg (früher: 450 kg) wiegen.

 

Diese ebenso einfache wie sinnige Regelung führte in den 90er Jahren zu einem wahren Boom in der Fliegerei, der unverändert anhält. Es gibt mittlerweile mehr als 100 Modelle wie die C 42. Dieser Typ, ein so genannter Tuchflieger mit Alu-Hauptrohr, ist allerdings in Deutschland am weitesten verbreitet. Er gilt hier als „VW der Lüfte“.

 

 

Eine kleine Anmerkung zum Kennzeichen D-MODI:

D steht für Deutschland, M für die Klasse der UL-Fluggeräte. Bei der Zulassung im Jahr 1997 galt noch die Übung, dass der dritte Buchstabe aus der zweiten Hälfte des ABC genommen wurde, falls es sich um ein Gerät handelte, das in allen drei Achsen per Ruder gesteuert wird (im Gegensatz dazu steht ein durch Körper-Gewichtsverlagerung gesteuertes Gerät). Die letzten beiden Buchstaben wurden willkürlich vergeben.

Aus diesen Vorgaben haben wir uns ein Wunschkennzeichen gebastelt. Angeschafft wurde das Fluggerät von einer Haltergemeinschaft bestehend aus Dietrich Müller, Mo und Dirk: Nach unserer Lesart stand das D für Dietrich, MO für Mo und DI für Dirk.

Diese Kennung ist so eingängig, dass unser Hühnchen bei Identifizierungen im Funkverkehr oder bei Fliegergesprächen meist nur "Die MODI" heißt.