Vom Kleinsiedlergarten zur Streuobstwiese

 

 

Das Wirtschaften in drei Ebenen ist eine überlieferte Gartenbaumethode, wenn die nutzbaren Flächen knapp sind. Bei Übernahme des Hausgrundstücks im Jahr 1955 wurde dieses als Kleinsiedlerstelle intensiv so genutzt.

Zur besseren Durchlüftung der Bodengewächse und Sträucher hatten im Obstbau überwiegend Hochstämme Verwendung gefunden. Es gab 12 Apfelbäume, ebenso viele Pflaumenbäume, eine große Süßkirsche, zwei Morellen, aber keinen einzigen Birnbaum. Das war durchaus ungewöhnlich, weil in Westfalen ein Birnbaum vielerorts als Symbol für guten Gedeihen gilt und deshalb häufig vor ländlichen Anwesen zu finden ist. Wie sich Jahrzehnte später herausstellte, gab es dafür einen guten Grund: trotz mehrerer Versuche über gut 40 Jahre bis zum Abbruch des Projekts ist es nicht gelungen, auf dem Grundstück einen Früchte tragenden Birnbaum zu etablieren.


Ende der 60er Jahre wurde der Gemüseanbau eingestellt und ein Großteil der Nutzfläche mit Rasen eingesät. Die zu jener Zeit neu angepflanzten Obstbäume waren Halbstämme, um Pflege und Ernte zu erleichtern. Einige alte Hochstämme sind aber verblieben und stehen auch heute noch voll im Saft. Das gilt insbesondere für zwei Klaräpfel aus den 30er Jahren, die so gezogen wurden, dass ihre Krone erst in rund 6 Meter Höhe beginnt.

Erntezeit im Hausgarten

 

 

Als die Uferwiese an der Angel nicht mehr für die Tierhaltung genutzt wurde, ist das Konzept entwickelt worden, hier Obstbau zu betreiben und auf lange Sicht den Anbau vom Garten dorthin zu verlagern.

Im Frühjahr 2008 wurden auf der nördlichen Spitze zur Angelbrücke hin 12 Halbstämme aus einer renomierten Baumschule (Hovest-Engberding) gesetzt. Es handelte sich um jeweils 4 Apfel-, 3 Birnen- und 2 Kirschbäume sowie einen Pflaumenbaum, die nach Sorten so ausgewählt waren, dass eine möglichst lang gestreckte und gleichmäßige Erntezeit erreicht werden sollte.


Das Kirschen- und Birnengehölz zeigte schon gleich nach dem Austreiben Pilz- sowie starken Schädlingsbefall. Trotz intensiver Behandlung – auch mit „effektiven Mikroorganismen“ – sind beide Kischbäume und ein Birnbaum schon im ersten Jahr eingegangen. Nur die Apfelbäume entwickelten sich artgerecht. Im Jahr 2010 wurden jeweils 2 Kirsch- und Birnbäume von Baumarktqualität nachgepflanzt. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.

Neuanpflanzung Stand Sommer 2011

 

Zu Beginn der Saison 2011 treibende Jungbäume aus den Jahren 2008 bis 2010:

eine Schattenmorelle, zwei Süßkirschen, vier Birn- und sechs Apfelbäume (2 x Klaräpfel, 1 x Boskop, 1 x James Grieve, 2 x rote Sternrenette).

 

An Altbestand sind vorhanden eine Esskastanie, eine Zwetschge, eine Schwarzkirsche und eine Birne.

 

Besonders üppig: Die Schwarzkirsche am Schafstall

        

Pfirsichernte im Hausgarten

 

 

Im Hausgarten gibt es nur Altbestände, und zwar eine helle Süßkirsche, eine Schattenmorelle, einen Pfirsich- und einen Haselnussbaum, zwei Wallnussbäume, eine Zwetschge sowie neun Apfelbäume (2 x Klaräpfel, 1 x Boskop, 3 x Essäpfel, 2 x Dülmener Rose und 1 x Ontario).